UCHRONIA – was wäre wann
UCHRONIA – was wäre wann
Uchronie – „Nicht-Zeit“; die Zeit, die so nie stattgefunden hat.
UCHRONIA öffnet ein Fenster zu möglichen musikalischen Welten in nie existierenden Zeiten. Zwei kompositorische Ausformulierungen, die aus hypothetischen geschichtlichen Abzweigungen hervorgehen – Monkpunk und HyperRhythmicon – schreiben sich für die Dauer der Performance in den Stephansdom ein, der dabei zum klingenden Körper dekolonialer Spekulationen wird. Der gregorianischer Chor und die Riesenorgel bilden den klanglichen Kern der Arbeit. Synthesizer- und elektronische Orgelklänge, technopulsierende Drum Machines, afrokaribische Trommelkultur und mit Autotune verfremdete Stimmen koexistieren mit den historischen Klangkörpern des Doms.
Das Publikum bewegt sich durch unterschiedliche Hör-Perspektiven – mal gehend, sitzend, liegend, zwischen monumentalem Gesamtklang und intimen Situationen in Seitenschiffen und Kapellen. So entsteht eine choreografische Komposition, die zu unterschiedlichen Formen der Teilhabe und des Hörens einlädt.
Monkpunk beschreibt eine von Jorge Sánchez Chiong entwickelte Variante des gregorianischen Chorals, in der sich der ursprünglich monastische Gesang aus seiner liturgischen Funktion löst. Im Austausch mit unterschiedlichen kulturellen Traditionen transformiert sich diese Praxis zu einer offenen vokalen Form. Der Choral verliert seine Bindung an lateinische Texte. Silben dehnen sich, verschmelzen mit anderen Lauten, rhythmische Strukturen lösen sich auf und orientieren sich an natürlichen Prozessen wie Atem, Biorhythmus oder kosmischen Zyklen.
In HyperRhythmicon verzweigt sich die Zeit im 19. Jahrhundert: Europäische Musikautomaten und Klangmaschinen, die an die Karibikküste anlangten, werden von afrolateinamerikanischen Kulturen geerbt und mit deren Rhythmuspraktiken weiterentwickelt. Die metrische Zeit des Metronoms trifft auf polyrhythmische und zyklische Zeitmodelle.
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Credits
Künstlerische Leitung – Jorge Sánchez-Chiong, Brigitte Wilfing
Komposition, Konzept – Jorge Sánchez-Chiong
Dramaturgie – Brigitte Wilfing
Performance / Musiker:innen – Choral Schola der Dommusik, Jorge Sánchez-Chiong, Isabella Forciniti, Valeria Lanner, Chloé Ryo, Brigitte Wilfing
Chorleitung – Markus Landerer
Sounddesign – Florian Bogner
Lichtdesign – Victor Durán
Kostümbild – Otto Krause
Medienkunst – Louise Linsenbolz, Thomas Wagensommerer aka TE-R
Produktionsleitung – Doina-Cezara Procopciuc & andother stage
Kooperationen: Choralschola St. Stephan, ÆSR Lab – Applied/Experimental Sound Research Laboratory, The Psycholudic Approach, Universität für Angewandte Kunst Wien.
Eine Produktion von andother stage in Koproduktion mit Musiktheatertage Wien und progetto semiserio.
Mit freundlicher Unterstützung




Bios
Spielzeiten
22. September 21:00
23. September 21:00