Smoking Kills
Smoking Kills
Auf der Suche nach einer Antwort auf die quälende Frage, warum die Neue Musik keine Hörer hat und auch ihm selbst hässlich erscheint, begegnet ein junger Komponist in einer Zeitreise dem „Vater der Avantgarde“: Anton Webern, der in den letzten Kriegstagen 1945 vor der Bombardierung von Wien in ein Alpendorf flüchtete. In sechs Begegnungen gibt der Meister dem jungen Kollegen Auskünfte über seine Kunst, doch werden diese zunehmend zur Farce, wenn auch mit tragischem Ausgang.
Hinter dieser Satire auf Basis historischer Dokumente verbirgt sich die Frage, wie Millionen Deutsche und Österreicher:innen im Nazi-Regime lebten, die NICHT verfolgt wurden und wirft ein Licht darauf, wie wir Heutige uns in einem von totalitärer Ideologie geprägten Unrechtsstaat verhalten würden. Der „Banalität des Bösen“ (Hannah Arendt) steht eine Banalität des Alltags zur Seite, die sich selbst in den extremsten Lebensbedingungen etabliert. Sie birgt das Zeitlose einer gesellschaftlichen Gleichgültigkeit gegenüber dem, was der eigenen Bequemlichkeit und Sicherheit entgegensteht.
Musikalisiert wird der gesprochene Dialog der beiden Männer von einem Quartett aus vier Frauen, einem „No-String-Quartet“, in einer komponierten Interpretation der Bagatellen Opus 9 von Anton Webern, den kürzesten Stücken der Musikgeschichte, die hier auf 80 Minuten gedehnt werden. Eine Art „Zeit-Lupe“, um die Webernschen Klangminiaturen anders wahrzunehmen.
Webern war bereits tot, als die neue Generation an Komponisten einer Avantgarde sich Weberns „Neuer Musik“ verschrieb, dabei aber ihrerseits Züge einer autoritären Ideologie aufprägt. Ein Jahrhundert später bleibt sowohl das Rätsel, als auch die Entfremdung der Gesellschaft gegenüber diesem Musikstil bestehen.
Zusätzlich zu den Festivalterminen finden weitere Vorstellungen von SMOKING KILLS am 19., 20. und 21. November um 19:30 im Theater Nestroyhof Hamakom statt.
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Credits
Künstlerische Leitung, Konzept, Text – Thomas Cornelius Desi
Komposition – Thomas Cornelius Desi (nach Anton Webern)
Dramaturgische Begleitung – Nicole Horny
Performance – Remi Brandner, Markus Zett, NO STRING QUARTET (Sophie Trobos, Viktoria Hofmarcher, Anna Reisigl, Antonia Kapelari)
Videographie – Peter Koger
Produktionsleitung – Jonas Nikolai
Regiehospitanz – Katharina Schlereth
Eine Produktion der Musiktheatertage Wien in Kooperation mit dem Theater Nestroyhof Hamakom
Mit freundlicher Unterstützung
Bios
THOMAS CORNELIUS DESI ist ein Österreichischer Komponist, Autor und Regisseur sowie Mitbegründer und künstlerischer Leiter der MUSIKTHEATERTAGE WIEN. In zahlreichen Produktionen entwickelte Desi ein neues Musiktheater als ein „théâtre d’auteur“. Im Zentrum dieser Arbeit steht das Individuum mit den Konsequenzen seines Handelns. Daraus entwickelte Desi das Format eines “Theaters der Begegnung”. Inspiriert durch die Arbeit von Jakob L. Moreno ermöglicht die Interaktion des Publikums über Poetik und Ästhetik ein individuelles Bezugnehmen der Anwesenden aufeinander und auf das Thema des Stücks.
Desi war u.a. Musikalischer Leiter von “Totales Theater Wien”, von ensemble KlangArten,
sowie künstlerischer Leiter der Musiktheatergruppe ZOON. Sein Buch “The New Music Theatre”, zusammen mit Eric Salzman, wurde zu einem Standardwerk über das Neue Musiktheater.
http://thomasdesi.com/
RAIMUND BRANDNER in Wien
Schauspieler, Performer, Musiker, geboren (1954)
Wichtige Stationen: PupoDrom, Serapionstheater, Vienna Art Orchestra (CoRegie,Performance), Kiskillila Theater, Drama Wien (Gründungsmitglied), Theater zum Fürchten (Scala Wien / Stadttheater Mödling / Bunker Mödling), bluatschwitzblackbox (philosophisches Theater Bad Aussee / Wien / Berlin), Theater Forum Schwechat, Kabinetttheater, Theaterwagen (Straßentheater, Moritaten,Slapstick) Projekttheater
Zahlreiche Lesungen, Performances, Tourneen, eigene Regiearbeiten (Theater, Mode- u.a.Performances), Musiktheaterproduktionen (Jazz, Barock- und neue Klassische Musik u.a.), zahlreiche kleinere Filmrollen, Mitwirkung an CDs.
Markus Zett ist Schauspieler, Performer, Theaterschaffender und -lehrender. Seit 2000 Ko-Leitung von theaternyx*, seit 2014 im Kernensemble von toxic dreams. Lehrauftrag an der MUK Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien.