Zoe
Zoe
Was wäre, wenn Menschen, Technologien und Ökosysteme miteinander sprechen würden, wenn der Planet selbst erzählen könnte? Wenn Landschaften atmen würden und sich die Grenzen zwischen Spezies auflösen?
Die Musik-Performance ZOE adressiert zentrale Fragestellungen unserer Zeit an der Schnittstelle von Ökologie, Technologie und gesellschaftlichem Wandel.
Die Grenzen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren sind längst durchlässig geworden: Mikroplastik in Organismen, die wechselseitige Abhängigkeit von Mikrobiomen und Umwelt sowie die zunehmende Durchdringung des Alltags durch algorithmische Systeme verdeutlichen eine Realität, in der Autonomie, Körperlichkeit und Identität neu verhandelt werden müssen!
ZOE ist ein Science-Fiction-Poem jenseits des Anthropozäns – eine vielstimmige Erzählung vom fortwährenden Werden der Erde und ihrer Lebensformen.
Die Produktion ZOE wurde im Rahmen des EU-Projekts „Future Narratives for Planet Earth“ entwickelt, in dem angesichts der Klimakatastrophe nach neuen Narrativen, die das Verhältnis zwischen Mensch und Natur reflektieren, gesucht wird.
Inspiriert von posthumanistischen Theorien, insbesondere von Rosi Braidottis Konzept von „Zoe“ als einer nicht-hierarchischen, alles umfassenden Lebenskraft sowie Donna Haraways Cyborg-Denken, entwirft die Performance ein Zukunftsszenario, in dem künstliche Intelligenz nicht mehr als Werkzeug, sondern als integraler Bestandteil planetarer Lebensprozesse agiert.
Nach Haraway ist Zukunft etwas, das wir lernen, üben und pflegen müssen. Das Theater kann dabei helfen, die Zukunft wieder als einen Raum der Möglichkeiten zu begreifen.
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Credits
Konzept, Künstlerische Leitung, Text und Szenografie – Lisa Horvath
Regie und Produktion – Lisa Horvath und Victoria Fux
Musik und Sounddesign – Sara Trawöger
Dramaturgie – David Wimmer-Wallbrecher
Gesang, Performance und Kostüm – Kristin Gerwien
Choreografie und Performance – Maja Karolina Franke
Off-Stimme -Tara Khozein
Ton und Licht – Tom Grassegger
Künstlerische Mitarbeit – Sophia Scherer
Choreografische Beratung – Marta Navaridas
Audioaufnahmen – Kalle Kummer
Übersetzung ins Englische – Kate McNaughton
Eine Produktion von uniT und Spielraum im Rahmen des EU-Projekts „Future Narratives for Planet Earth„
Mit freundlicher Unterstützung




Bios
Lisa Horvath ist freischaffende Bühnenbildnerin und Theatermacherin aus Wien. Ihre Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Szenografie, Performance, Sprach- und Medienkunst. Sie studierte Bühnen- und Kostümgestaltung in Graz, Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen sowie Critical Studies in Wien. Seit 2013 entwickelt sie eigene Konzepte für Installationen und Performances und wurde 2015 mit dem Outstanding Artist Award ausgezeichnet. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch immersive, wandelbare Räume aus, in denen sie Video, Klang, Sprache und sensorische Systeme verbindet. Inhaltlich beschäftigt sie sich mit ökologischen Transformationen, Technologien und der Beziehung des Menschen zur Welt aus einer feministischen Perspektive. Neben eigenen Projekten arbeitet sie als Ausstatterin mit freien Gruppen, Festivals und Theatern im deutschsprachigen Raum. www.lisahorvath.at
Victoria Fux ist freischaffende Regisseurin, Performerin und Produzentin und arbeitet seit 2006 in der freien Szene in Graz und Wien. Sie ist Mitbegründerin des Kollektivs Das Planetenparty Prinzip und erhielt 2016 das Kunstraum Steiermark Stipendium. 2019 – 2025 kuratierte sie die Sparte Performance im Forum Stadtpark Graz. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Theater, Tanz und Performance und fokussieren die Positionierung des menschlichen Körpers in gesellschaftlichen und ökonomischen Systemen. Sie entwickelt dafür spezifische, oft interdisziplinäre Arbeitsweisen und kollaboriert mit Künstlerinnen und Expertinnen aus verschiedenen Bereichen. Im Zentrum steht die Suche nach innovativen, kontextbezogenen Ausdrucksformen, die politische und soziale Fragestellungen performativ verhandeln.
Sara Trawöger, geboren 1992 in Linz, ist Künstlerin und Komponistin im Bereich Klang, Performance und Medienkunst. Sie studierte Zeitbasierte Medien in Linz und absolvierte einen Master in Angewandter Theaterwissenschaft in Gießen. Ihre Arbeit umfasst Fotografie, Film, Installation und vor allem Musik- und Klangkomposition für internationale Theater- und Performanceproduktionen. Ein Schwerpunkt liegt auf Mehrkanalton und atmosphärischen Klangräumen, die sie ortsspezifisch entwickelt. Seit 2019 tritt sie zudem mit ihrem elektronischen Soloprojekt ABRUPT auf. Ihre Arbeiten wurden unter anderem am Mousonturm Frankfurt, TR Warszawa, Anhaltischen Theater Dessau und Theater Phönix gezeigt. Aktuell arbeitet sie an neuen Theaterproduktionen, Bandprojekten und ihrem ersten Experimentalfilm.
Kristin Gerwien studierte Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sowie Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Sie arbeitet als Performerin, Künstlerin sowie Bühnen- und Kostümbildnerin. In ihren eigenen Arbeiten entwickelt sie musikalisch-performative Formate mit Fokus auf Stimme und Körper, häufig mit weiblich gelesenen Perspektiven. Inhaltlich beschäftigt sie sich mit Themen wie (sexueller) Grenzüberschreitung, vererbtem Trauma und Selbstermächtigung. Ihre Arbeiten verbinden Performance, Konzert und Installation und untersuchen Machtverhältnisse im Theater und in der Gesellschaft aus queer-feministischer und postkolonialer Perspektive. Am Theater neben dem Turm in Marburg ist sie in leitender und kuratorischer Funktion tätig und gestaltet aktiv Transformationsprozesse innerhalb der Institution.
Maja Karolina Franke ist Tänzerin, Zirkuskünstlerin, Performerin und Choreografin aus Wien. Sie studierte klassischen und zeitgenössischen Tanz in Wien sowie Tanzpädagogik und Movement Studies in Linz. Seit 2012 arbeitet sie freischaffend im Tanz- und Performancebereich, seit 2017 auch im zeitgenössischen Zirkus. Ihre Praxis umfasst Tanz, Akrobatik, Improvisation und Partnering sowie die Arbeit mit Objekten. Im Zentrum steht die Beziehung des Körpers zu anderen Körpern und Materialien. Inhaltlich setzt sie sich mit Geschlechterrollen, Vertrauen, Verantwortung und der Rolle des Publikums auseinander. 2021 erhielt sie das Startstipendium des BMKÖS für ihre Forschung zu Genderrollen in der Akrobatik, 2024 ein Arbeitsstipendium für das Projekt „Stand.Punkte“.




